Sendungen

In den 1980er Jahren trat Voß zunehmend als Autor von Fernsehbeiträgen hervor, u. a. als aktueller ZDF-Korrespondent aus West-Berlin sowie von 1978 bis 1981 für das ARD-Magazin „Report München“. Als Moderator des „heute-journals“ sowie als Kommentator und Autor für „heute“ und „heute-journal“ wurde er von 1981 an einem größeren Publikum bekannt. 1986 und 1987 produzierte er für das ZDF in Dresden bzw. Weimar zwei „Tele-Illustrierte“ (jeweils 45 Minuten), danach wurden ihm auf Betreiben der SED weitere Drehgenehmigungen verweigert. Erst nach dem November 1989 berichtete er wieder mehrfach aus der DDR bzw. den „Neuen Ländern“. Von 2001 bis 2007 moderierte Voß gemeinsam mit dem WDR-Intendanten Fritz Pleitgen in der ARD den Presseclub. Mit dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki als Gesprächspartner war Voß Moderator der Sendereihen „Lauter schwierige Patienten“ (2001) und „Was taugen unsere Klassiker?“ (2005) und wirkte als Zeitzeuge in dem Fernsehfilm „Söhne ohne Väter. Vom Verlust der Kriegsgeneration“ mit.

„Peter Voß fragt...“
Von 1996 bis 2016 moderierte Peter Voß auf 3Sat die Sendung „Peter Voß fragt…“, eine 45- minütige Gesprächssendung mit nur einem Gast. Die Sendung wird im ARD-Hauptstdtstudio Berlin produziert und findet ohne Publikum statt. Sie setzt, wenn auch mit etwas verändertem Konzept, die Sendereihe „Bühler Begegnungen“ fort, ein traditionsreiches Gesprächsformat im deutschen Rundfunk und Fernsehen. Seit 1992 waren Werner Höfer, Fritz Pleitgen und Lothar Loewe, seit 1996 dann Peter Voß der Gastgeber im Schlosshotel Bühlerhöhe. Einmal monatlich lud Peter Voß besondere Gäste zu seinen Sondersendungen ein. Im Jahr 2009 war beispielsweise Wolf Biermann zu einem 180-minütigen Interview zu Gast. Auch die  Sonderausgabe „Peter Voß fragt … Hans Magnus Enzensberger“ (180 Minuten) wurde im Januar 2012 auf DVD veröffentlicht (vgl. Menüpunkt Literatur).
Zur Sendung
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Ermittlungsverfahren eingestellt
Die Sendung geriet vorübergehend ins Visier der Justiz, als die Staatsanwaltschaft Baden-Baden im Herbst 2006 gegen Voß und weitere vier SWR-Mitarbeiter Ermittlungen wegen des Verdachts der Vorteilsnahme oder Untreue im Zusammenhang mit der offiziellen Feier aus Anlass von Voß’ 6o. Geburtstag im Januar 2001 aufnahm. Statt mit einem Festakt, den Voß nicht wünschte, hatte der SWR den Gründungsintendanten mit einer Sonderausgabe der Bühler Begegnungen im Schlosshotel Bühlerhöhe geehrt, bei der die Rollen vertauscht wurden: Der Schriftsteller Martin Walser befragte Voß. Zur Sendung und dem damit verbundenen Empfang mit einem Essen hatte der SWR ca. 150 Repräsentanten des Öffentlichen Lebens in das Hotel eingeladen. Das Hotel übernahm die Kosten, stellte im Gegenzug dem Sender aber die Miete für die Aufzeichnung der 12teiligen Sendereihe „Lauter schwierige Patienten“ (mit Marcel Reich-Ranicki) in Rechnung. Ein solches, durchaus branchenübliches, Kompensationsgeschäft hielt die Staatsanwaltschaft zunächst für strafbar und ermittelte gegen Voß und weitere vier SWR-Mitarbeiter. Voß übernahm die politische Verantwortung für den Vorgang, in der Sache wies der Sender die Vorwürfe zurück. Vier Ermittlungsverfahren, darunter das gegen Voß, wurden eingestellt. Der für die Veranstaltung zuständige damalige Fernsehdirektor wurde ebenso wie der ehemalige Hoteldirektor 2007 vom Amtsgericht Baden-Baden zu einer Geldstrafe verurteilt. Voß stellte sich öffentlich vor den Fernsehdirektor und kritisierte das Urteil. 2008 hob in zweiter Instanz das Landgericht Baden-Baden die erstinstanzlichen Urteile auf und stellte mit der Auflage einer gemeinnützigen Geldspende auch diese Verfahren ein. Das Gericht stellte fest, dass dem SWR kein wirtschaftlicher Nachteil entstanden sei und sich keiner der Beteiligten einen Vorteil verschafft habe.